SkinTwo Expo und House of Flesh Rubber Ball Spezial
03. Oct 2003
Frisch gestärkt von unserem morgendlichen Frühstück - wohl an, der schwarze Tee macht wirklich munter - steuerten wir nun dem zweiten großen Tag entgegen. Und es war zu vermuten, dass dieser bestimmt nicht weniger aufregend als der erste Tag sein würde. Auf unserem Plan stand anfangs natürlich relaxen, dann gegen Nachmittag der Besuch der "Skin Two Expo" und am Abend "House of Flesh - Rubber Ball Special".
Und wieder stand ich vor dem bereits vertrauten Problem- was sollte ich für die Expo anziehen? Okay - Latex kommt natürlich zuerst in den Sinn, aber schließlich war es erstens helllichter Nachmittag und zweitens bitterkalt! Nach reichlichem Abwägen aller Vor- und Nachteile, ob ich nun doch zur allzwecktauglichen Jeans-Turnschuh-Kombi greife oder nicht, half mir mein guter Geschmack doch auf die Sprünge. Diesmal sollte es etwas edler sein! Warum weiß ich auch nicht genau, zumindest bleibt die Frage, was die Expo mit einer edlen Diva zu tun hat? Na egal, mein Haare waren schick und mein Make-up passend dezent. Weniger wohl aber die Wahl meiner Kleidung. Ein schwarzer enger langer Latexrock und mein - hach ich liebe es! - schwarzes Top. Darüber meine schwarze Jacke von Armory und meine schwarzen High Heels und ich fühlte mich gleich wie ein neuer Mensch.
Mit unserem nun vertrauten Stadtplan schlenderten wir Richtung U-Bahn um die Expo zu besuchen. Sofort wurden wir mit einem leidlichen Problem konfrontiert, welches wir gestern erfolgreich verdrängt hatten und welches daher heute umso stärker in unser Gedächtnis zurückfiel. Als ob ein böser Wink des Schicksals seinen Spaß mit uns trieb, wurde genau an diesem Wochenende eine U-Bahnlinie repariert. Natürlich - und genau die brauchten wir um vor der Expo aussteigen zu können! Hm... was nun. Taxi? -zu teuer! Laufen? -naja wir wollten noch diesen Nachmittag ankommen! Bus? -hm...wo fährt hier ein Bus und wohin fährt dieser wohl? Hatten wir doch nur eine U-Bahnkarte... Also doch die City-Bahn und ab da ein "kleines Stück" laufen... eine kurze Fahrt und wir fingen unseren Spaziergang an und wie wir so liefen, stellte ich dann doch mehr und mehr meine Kleiderwahl in Frage. Ein wenig kalt war es dann doch so im eisigen Wind und meine High Heels waren für einen Spaziergang quer durch London auch nicht wirklich die beste Idee.
Letztlich hatte es sich aber dann doch gelohnt, denn anders als erwartet standen vor der Expo auch unglaublich viele Besucher in "normaler" Kleidung und ich liebte es wieder einmal mehr aufzufallen. 
Die Expo selbst war über zwei Etagen verteilt. Oben konnte man zahlreiche Fotografen und Künstler treffen, welche dort ihre Kunstwerke ausstellten. Und eine Etage tiefer fand man dann die Hersteller der Hersteller von Latex, Korsetten, diversen Spielzeug, Magazinen, Boots und vielem mehr. Jeder hatte seinen kleinen Verkaufsstand und die besten sowie schönsten Stücke aus seiner Kollektion dort ausgestellt. Alle Aussteller kannten wir auf keinen Fall, so dass sich wirklich eine klasse Gelegenheit bot mal wieder neue Händler ausfindig zu machen, die man auf üblichem Wege gewiss nie kennen gelernt hätte.
Langsam und mit neugierigem Blick beschnupperten wir nacheinander die Stände. Oh - gab es da feine Dinge! Jedes mal versuchten wir uns dann mit unserem eher schlechtem als rechtem Englisch zu unterhalten und kamen wirklich nicht selten in die Situation, dass unser Gegenüber auch Deutsch konnte.
So haben wir uns beispielsweise mit einem Hersteller von wunderschönen Halskorsetten (Hach ich mag diese Halskorsett wirklich! Könnte mir stehen, oder?) und Korsetts unterhalten, der übrigens, wie sich später herausstellte, meine transparenten Strümpfe geschneidert hatte *grins* und plötzlich sahen wir auf seiner Visitenkarte www.hwdesign.at -Moment! War at nicht Österreich? AHHHH! Wir unterhielten uns hier im brüchigen Englisch verzweifelt über Halskorsetts mit jemandem der Deutsch spricht. Letztlich war es eine sehr schöne Erkenntnis, da man so dann doch etwas freier sprechen konnte, als mit einem bei weitem stärker eingeschränktem Vokabular. Zumindest so was passierte uns dann noch einige weitere Male... hihi
Die Stunden vergingen wie im Fluge und nachdem wir auch viele neue Manufakturen und Händler kennengelernt hatten und nachdem wir noch 3xL sowie Tom und Laudi, ein total süßes Pärchen aus Österreich trafen, machten wir uns ziemlich hungrig (und ich noch immer mit schmerzenden Füßen) auf den Heimweg. Viele Visitenkarten, Zeitungen und Prospekte hatten sich in meiner Tasche angesammelt und ich freute mich schon sehr, deren Internetseiten und die vielen Latexsachen zu Hause ansehen zu können.
Der Abend rückte näher und damit auch "House of Flesh". Nach einem kleinen Spaziergang nach Hause war es auch schon wieder Zeit sich in Schale zu werfen. Ein kurzer Blick in meinem Koffer und ich stellte fest, dass ich zwar einige hübsche Outfits aus Latex besitze, diese aber fast alle schwarz sind. Ich meine ein wenig Farbe verbarg sich auch im Koffer, was ich aber unbedingt zum eigentlichen Rubber Ball anziehen wolle! Schließlich präsentiert man sich dort in seinem besten Outfit! Also blieb mir, mit schweren Herzen, nichts anderes übrig, wieder das Black-Girly zu sein. Aber eine wichtige Erfahrung hat mir das Event gebracht- die nächsten Einkäufe, die meinen Geldbeutel wieder plündern werden nicht schwarz sein! 
Nun denn, frisch gestylt im Sinne eines blonden Engels im glänzenden Latex, warteten wir neugierig in der langen Schlange vor dem Clubeingang. Von drinnen dröhnte bereits die Musik und ich freute mich riesig auf das, was kommen würde. Endlich wurden wir - abermals halb erfroren - eingelassen. Der Club war unglaublich überfüllt von kunterbunten Menschen. Langsam wühlten wir uns durch die Menschenmenge mitten in den Kern der Party. Die Location war diesmal nicht so groß wie beim Torture Garden, der sich ja über mehrere Etage erstreckte. Es war eher ein kleinerer Club mit zwei Etagen, die auf eine gemütliche Sitzecke führte, von welcher man einen klasse Überblick auf die gesamten Tanzfläche und die Partygäste hatte.
Nach mühevollem Suchen nach bekannten Gesichtern fanden wir als erstes Martin Perreault und Bianca Beauchamp. Beide waren gerade vollständig in ihrem Element vertieft! Sie poste in einem absolut gigantischen sexy Nonnenkostüm vor Martins Kamera. MissFuzzybunny und wir sahen mit offenen Mündern zu. Beide wirkten ungemein professionell und ich blickte nur mit bewundernden Blicken auf dieses eingespielte Team...
***BILDL04 Tief beeindruckt von dem eben gesehenen Shooting, kam ich mir nun ziemlich amateurhaft vor, als Martin einige Fotos von Bianca und mir machte. Ich glaube ihr könnt euch nicht vorstellen, wie doll sich abermals meine Bauchgegend verkrampfte. Es ist unglaublich wie souverän Bianca vor die Kamera tritt! Ich hoffe, dass ich dies auch irgendwann ähnlich gut hinbekomme. Sicher wird bis dahin aber gewisse noch eine Menge Zeit vergehen...
***BILDR05 So saßen wir nun oben in dieser gemütlichen Ecke und quatschten eifrig miteinander, zumindest versuchten wir bei der gegebenen Lautstärke miteinander zu unterhalten.
Schließlich gesellte sich auch 3xL zu uns. In seinem neuen Shirt, welches extra seinen Namen dick aufgeklebt bekommen hatte, sah er total schick aus. Ich erfuhr, dass es eine ziemlich mühsame Arbeit gewesen sein muss, diesen "Namen" dort draufzukleben und dann auch noch so, dass es hält. Ich kann mir auch sehr kompliziert vorstellen, denn meine ersten Versuche Latex selber zu schneidern, fielen eher schlecht als recht aus.
Im Club selbst wurde die Luft bei der Menge an Besuchern immer knapper, aber je mehr Besucher in den Club kamen, desto lockerer wurde die Stimmung! Auf einer Leinwand über der Tanzfläche lief zeitgleich ein Video mit, welches das Flair der Party ziemlich steigerte. Es schien als ob man ein paar Videoausschnitte von Künstlern zu sehen bekam, zumindest wirkte die Zusammenstellung recht konfus. Einmal sah man fünf Minuten nichts anderes als die Nahaufnahme eines Auges, dann wieder ein Zoom auf Pussies. Von obszön über vulgär und psycho war scheinbar alles dabei. Das Lustigste war aber, dass es absolut zu der Party und der Musik, ich würde es mal mit House oder Acid bezeichnen, passte.
Auf jeden Fall wurden wir animiert zu tanzen und fanden uns wenig später auch auf der Tanzfläche zwischen scheinbar Tausenden von Menschen in Latex wieder. Es war absolut genial sich mal so richtig auszutoben - soweit mir dies die High Heels erlaubten. Aber ich glaube, es ist verzeihlich, dass unser Durchhaltevermögen diesmal sehr begrenzt war. Zumindest war zwischen diesen vielen Menschen die Luft nicht wirklich kühl und wenn man dann auch noch von oben bis unten komplett in Latex eingepackt tanzt, so wird einen nach spätestens fünf Minuten sehr, sehr warm oder sagen wir eher heiß.
***BILDL06 Letztlich war der Clubabend ein richtig schöner Abschluss für den zweiten Tag in London. Hatten wir doch wieder einen wunderschönen Abend mit total lieben Menschen verbracht, wobei sicher jeder seinen Spaß hatte. Auch noch ein wenig schlapp vom vorhergehenden Abend und der kurzen Nacht, steuerten wir in den frühen Morgenstunden glücklich wieder unserem Hotel entgegen. Auf dem Heimweg nahmen wir noch schnell die Möglichkeit wahr mitten in der Nacht einen kleinen Grundbestand für das Frühstück zu kaufen - Müsli! Das ist doch was oder?
SWAY

